Podcasts/Audiobeiträge im Lehreinsatz

Was ist ein Podcast?

Ein Podcast (gebildet aus dem Markennamen eines MP3-Players und dem engl. to broadcast=senden) ist eine Audio- oder Video-Datei, die heruntergeladen und offline zeitlich unabhängig angehört und ggf. angesehen werden kann. Podcasts sind relativ einfach umzusetzen und können in der präsenzfreien Lehre vielfältig eingesetzt werden, so können z. B. auch Studierendenbeiträge im Audioformat gestaltet sein. Ein großer Vorteil von Podcasts in der Lehre ist, dass Studierende sie immer wieder anhören und so in ihrem Lerntempo damit arbeiten können. Sie sollten beim Einsatz von Podcast bedenken, wie, in welcher Form und mit welchem Ziel Sie diese nutzen wollen. Folgende Fragen können Ihnen bei Ihren Überlegungen helfen:

Didaktische Überlegungen

  • Wählen Sie Inhalte aus

Welche Lernziele verfolgen Sie bzw. welche Inhalte wollen Sie vermitteln? Für welche Ihrer Lernziele bzw. Inhalte (Inputs, Lehrvorträge) ist ein Podcast ein geeignetes Medium? Soll der Podcast ein tragendes (ausschließliches?) Medium oder eine Unterstützung von anderen Inhalten sein?

  • Strukturieren Sie Ihre Inhalte

Wie können Sie Ihre Inhalte so aufbereiten, dass die Studierenden Ihnen gut folgen können (ggf. Inhalte reduzieren, strukturierende Mittel nutzen)?

  • Erstellen Sie ein Skript

Gerade bei längeren und aufwendigen Podcasts ist ein Skript (Drehbuch, Storyboard) nahezu unumgänglich. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein.

  • Stellen Sie zusätzliches Material zur Verfügung

Nutzen Sie Visualisierungen, bspw. Power Point, um Ihre Ausführungen zu veranschaulichen (Informationen zum Vertonen von PowerPoint-Folien finden Sie auf hier). Verweisen Sie auf weiteres Material, wie z. B. Literatur, Informationen zum Kontext etc.  

  • Geben Sie Aufgaben (Schreibaufträge) zu Ihren Podcasts

Das Zuhören fällt leichter, wenn bestimmte Ziele oder Aufgaben damit verbunden sind. So können Sie die Studierenden bitten, nach Ihrem Vortrag einige Minuten schreibend darüber nachzudenken, was ihnen zu dem Gehörten durch den Kopf geht, was sie verstanden haben, welche Fragen sie haben z. B. in Form eines One-Minute-Papers.

Mögliche Einsatzszenarien

  • Vorlesungen: Sie können natürlich Ihre Lehrveranstaltung vollumfänglich als Audiobeitrag aufzeichnen oder Ihre Folien vertonen. Überlegen Sie dabei, dass es für Ihre Studierenden schwieriger ist, 90 Minuten konzentriert ausschließlich zuzuhören. Möglicherweise eignen sich mehrere (über die Woche verteilte) Podcasts von ca. 30 Minuten besser. Verbinden Sie Ihre Podcasts mit kurzen Schreibaufträgen (z. B. One-Minute-Paper). Überlegen Sie sich eine Form, wie Studierende Fragen stellen können. Vielleicht sammeln Sie die Fragen der Studierenden und beantworten diese dann zusammen ebenfalls in einem Podcast.
  • Inputs, kurze Lehrvorträge: Sie können kurze Inputs aufnehmen und in Moodle einbinden, z. B. um in ein Thema einzuführen, etwas Schwieriges zu erläutern oder um Aufgaben zu stellen.
  • Kommentare: Podcasts eigenen sich besonders gut dafür, dass Studierende Ihnen beim lauten Denken zuhören können. Demonstrieren Sie bspw., wie Sie an eine Aufgabe, einen Text heran gehen, was Sie dabei denken, welche Schritte Sie verfolgen, welchen Kontext Sie dabei im Hinterkopf haben. Diese Form ist besonders geeignet, um fachspezifische Denk- und Handlungsweisen modellhaft zu zeigen.
  • Rückmeldungen: Sie können für Rückmeldungen an einzelne oder alle Studierende(n) Audiodateien erstellen.
  • Interviews: Auch Interviews (z. B. mit Unternehmer/innen, Autor/innen, Künstler/innen), von Ihnen oder von den Studierenden erstellt, können als Podcast erstellt werden und Ihre Lehre erweitern.
  • Referate: Studierende können (Kurz-)Referate aufnehmen und ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen zur Verfügung stellen. Diese können dann eine Grundlage für schriftliche Diskussionen sein.
  • Projekte: Auch Projektarbeit kann mithilfe von Podcasts unterstützt werden. So können Studierende beispielsweise den wöchentlichen Stand ihrer Arbeit in Form eines 5-Minuten-Podcasts vorstellen.

Technische Umsetzung

  • Aufnahme: Nehmen Sie Ihren Podcast möglichst in einem kleinen Raum, der wenige bis keine „nackten Wände“ hat, auf. So reduzieren Sie Hall. Beachten Sie auch die möglichen Hintergrundgeräusche (Straßenlärm, Haushaltsgeräte etc.) bei der Wahl des Raums.

Achten Sie beim Einsprechen auf eine gleichmäßig laute und artikulierte Aussprache. Ein Tipp: Nehmen Sie in Etappen auf. Es gibt keinen Grund bspw. eine 90-minütige Vorlesung in einem Schwung aufzunehmen. Sie können z. B. mit Audacity mühelos einzelne Dateien aneinanderreihen und als eine Datei für Ihre Studierenden speichern.

  • Mikrofon/Headset:
    • Bei Tablets oder Laptops ist meistens ein Mikrofon integriert, so dass Sie kein weiteres Equipment außer einer Software brauchen
    • Wenn Sie ein externes Mikrofon an Ihren PC anschließen möchten, bietet sich ein Mikrofon mit USB- oder AUX-Anschluss an. Achten Sie darauf, über welche Anschlüsse Ihr Endgerät verfügt. Teilwiese verfügen Web-Cams über Mikrofone, prüfen Sie dies, bevor Sie ein neues Mikrofon kaufen.

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