Lese- und Schreibaufträge

Letzte Änderung am 6. Juli 2020

Worum geht es hier?

Lese- und Schreibaufträge sind selbstverständlich auch in Präsenzveranstaltungen möglich und sinnvoll, in der präsenzfreien Lehre allerdings sind sie eine besonders gute Möglichkeit, Lernanlässe zu schaffen – gerade in Studienfächern, in denen Texte eine wesentliche Rolle spielen.

Leseaufträge sollten immer mit Schreibaufträgen verbunden werden, nicht nur, weil man auf diese Weise überprüfen kann, ob Studierende die Texte wirklich gelesen haben, sondern auch um zu erkennen, womit Studierende Schwierigkeiten haben, was sie verstanden haben, wie sie das neue Wissen mit altem verknüpfen, welche Schlüsse sie daraus ziehen usw.

Die Texte, die durch solche Lese- und Schreibaufträge entstehen, können vielfältig sein, je nach dem, was man mit ihnen erreichen will. So könnten z. B. Blogeinträge, Denk-/Reflexionstexte, Glossareinträge usw. verfasst werden.

Wie funktioniert das genau?

Um lernförderliche Schreibaufträge zu konzipieren, können Sie sich an folgenden Überlegungen orientieren:

1. Fachliche Relevanz:
Stellen Sie ein Problem, eine Frage, ein Thema o. Ä., in den Mittelpunkt,

  • das für die Studierenden erkennbar relevant ist,
  • zur Meinungsbildung/Positionierung und zu kritischem Denken anregt
  • und fachliche Denk- und Arbeitsweisen erfordert.

2. Eindeutige Vorgaben für die Lese-/Schreibaufträge:
Benennen Sie konkret,

  • das Produkt, das entstehen soll, seien es eine Visualisierung, Stichpunkte oder ein Text (einer spezifischen Textsorte),
  • einen Rahmen für den Umfang des Produktes bzw. Textes, den ungefähren Zeitaufwand der Bearbeitung und eine Frist für das Einreichen bzw. Hochladen,
  • welche Funktion das Produkt bzw. der Text hat und was damit geschieht (ggf. Beurteilungskriterien), wer ihn lesen wird und insofern verstehen können muss (Adressat/in)
  • und ggf. welche Vorgehensweisen bei der Bearbeitung sinnvoll sind (z. B. zuerst den Lektüretext überfliegen, dann bestimmte Absätze exzerpieren usw.) und geben Sie insbesondere bei komplexeren Schreibaufträgen Anregungen für Arbeitsschritte und Zwischenprodukte (Stichpunktsammlung, Arbeitsgliederung etc.).

3. Umgang mit den entstehenden Produkten bzw. Texten:
Planen Sie, wie die Texte der Studierenden in den weiteren Ablauf Ihrer Online-Veranstaltung eingebunden werden. Sollen die Texte im weiteren Verlauf überarbeitet werden? Werden Sie für alle oder individuell Rückmeldungen geben oder möchten Sie die Studierenden anleiten, sich gegenseitig Rückmeldungen zu geben? Beurteilen und/oder benoten Sie die Texte?

Gibt es in der aktuellen Situation etwas zu beachten?

Wie bei allen Online-Anleitungen und -Aufgaben sollten Sie genau überlegen, wie Sie diese so formulieren können, dass allen Studierenden klar ist, was sie wie und bis wann tun sollen. Auch in der präsenzfreien Lehre mit Schreibaufträgen sollten Sie nicht vergessen Gelegenheiten für Interaktion zu schaffen, mit Ihnen und untereinander.

Zudem können Sie Schreibaufträge auch so konzipieren, dass über verschiedene Zwischenprodukte am Ende ein umfangreicherer Text oder ein Portfolio entsteht. Auf diese Weise können Sie das Selbststudium der Studierenden zeitlich und inhaltlich strukturieren.

Welche praktischen und didaktischen Tipps gibt es für die Umsetzung?

Weitere Anregungen, Tipps und Beispiele zum Einsatz von (Lese- und) Schreibaufträgen finden Sie auf folgenden externen Seiten:

Welche Tools empfiehlt das ZfW?

Bei kleinen Gruppen ist es denkbar, Schreibaufträge über E-Mail zu organisieren. Der Vorteil, wenn Sie Moodle nutzen, ist, dass Sie auf diese Weise einen zentralen Ort für alle Informationen haben.

Darüber hinaus bietet Moodle eine Vielzahl nützlicher Funktionen für Schreibaufträge und Feedback auf Studierendentexte:

  • Über den Dateiaustausch können Studierende Texte in Moodle hochladen, die für alle sichtbar sind.
  • Studierende können über die Funktion „Ankündigung “ per E-Mails kontaktiert werden.
  • Über die Funktion „Aufgabe“ können Studierende schriftliche Ausarbeitungen hochladen, die nur für die Lehrenden sichtbar sind.
  • Studierende können in Foren eigene Texte einstellen und gegenseitig kommentieren.
  • Tools wie Glossar, Wiki oder Etherpad sind für kollaborative Schreibaufgaben geeignet.
  • Um an einem gemeinsamen Word-, Excel- oder PowerPoint-Dokument zu arbeiten, eignet sich Seafile. Diese Software lässt sich über Moodle verlinken.
  • Durch das Peer Review-Tool können sich Studierende untereinander nach von Ihnen festgelegten Kriterien Rückmeldung auf ihre Texte geben.

Anleitungen sowie eine Übersicht zu den verschiedenen Tools finden Sie auf den Seiten:

Wer hilft mir bei Fragen?

  • Das Schreibzentrum im ZfW unterstützt Sie bei allen Fragen zur Entwicklung, Begleitung und Beurteilung von Lese- und Schreibaufträgen.
    Kontakt: schreibzentrum@rub.de.
  • Bei allen Fragen zum Einsatz von Moodle-Funktionen hilft Ihnen der Bereich eLearning im ZfW.
    Kontakt: rubel@rub.de.
  • Bei technischen Fragen zur Kurseinrichtung und zum Zugang zu Moodle-Kursen helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IT.Services.
    Kontakt: moodle@rub.de.
  • Behinderte und chronisch kranke Studierende haben häufig einen höheren Zeitaufwand bei der Verarbeitung von Studienliteratur (z.B. bei fehlender Aufbereitung von Material für Blinde). Erleichtern Sie den Dialog über einen Nachteilsausgleich, indem Sie von sich aus dazu einladen, Sie zu diesem Thema anzusprechen. Ausführlich berät Sie das Beratungszentrum zur Inklusion Behinderter.

Hier gelangen Sie zu den weiteren Lernszenarien.