Hybride Lehre durchführen und gestalten

Letzte Änderung am 23. März 2022

Was ist eine hybride Veranstaltung?

Von einer hybriden Veranstaltung wird in der Regel gesprochen, wenn eine Präsenzveranstaltung live übertragen wird. Dies bedeutet, dass an einer Veranstaltung gleichzeitig Personen vor Ort und virtuell teilnehmen.

Beispielsweise kommt dies in Frage, wenn nicht alle Studierenden an der Präsenzveranstaltung teilnehmen können. Außerdem kann es sich um eine Veranstaltung handeln, an welcher auch externe Personen, d.h. weitere Zielgruppen teilnehmen, die nicht ohne Weiteres auf den Campus kommen können, z.B. im Fall einer Ringvorlesung oder im Rahmen internationaler Lehre.

Viele verwenden den Terminus „hybrid“ im Kontext von Lehre aber auch, wenn Sie beispielsweise von Blended Learning sprechen und damit meinen, dass die Lehre durch Präsenz- und Onlinephasen gestaltet ist. Unter „hybrid“ kann auch verstanden werden, dass Präsenzveranstaltungen aufgezeichnet werden und so im Nachhinein eine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Lehrveranstaltung stattfindet.

Hier soll es primär um hybride Veranstaltungen im Sinne einer Live-Übertragung gehen. Folgende Fragen werden beantwortet:

Welche technische Ausstattung ist erforderlich, um eine hybride Veranstaltung durchzuführen?

An der RUB sind ein Teil der Räume im Rahmen des so genannten 100-Räume-Programms mit Übertragungstechnologie ausgestattet, um hybride Veranstaltungen durchführen. Eine Auflistung der Räume ist auf den Seiten von IT.Services zu finden: https://it-services.ruhr-uni-bochum.de/services/sl/100-raeume-programm.html.de.

Bestandteil der Technik sind hier eine drehbare Kamera, ein Raummikrofon und Lautsprecher. Dies funktioniert zusammen mit den in den Räumen vorhandenen Rechnern, auf denen für die Übertragung Zoom gestartet wird.

Räume, die von zentraler Seite nicht ausgestattet sind, müssten mit eigener Technik, beispielsweise durch die Fakultät beschafft, eingerichtet werden. In begrenztem Umfang kann Übertragungstechnik bei IT.Services ausgeliehen werden.

Wie funktioniert eine hybride Veranstaltung technisch?

Die technischen Voraussetzungen für eine hybride Veranstaltung sind:

  • stabile Internetverbindung
  • Raummikrofon
  • Lautsprecher
  • Kamera
  • Zoom

Um eine hybride Veranstaltung durchzuführen, richten Sie zunächst ein Zoom-Meeting ein. Dies stellt die Möglichkeit für die virtuell Teilnehmenden dar, an Ihrer Veranstaltung teilzunehmen.

Das Zoom-Meeting starten Sie in dem Raum, in welchem Sie auf dem RUB-Campus Ihre Präsenzveranstaltung durchführen. Als Quellen für Audio und Video wählen Sie in Zoom das Mikrofon, die angeschlossenen Lautsprecher bzw. die Kamera, die Sie verwenden. Die vor Ort Teilnehmenden nehmen über dieses Meeting in einem Raum auf dem Campus an der Veranstaltung teil. Die virtuell Teilnehmenden loggen sich von zu Hause aus in das Zoom-Meeting ein.

Die Ansicht des Zoom-Raums projizieren Sie im Raum auf dem Campus über den Beamer. Auf diese Weise können die vor Ort Teilnehmenden die virtuell Teilnehmenden mit ihren Kamerabildern sehen. Das Videobild der vor Ort Teilnehmenden ist für die virtuell Teilnehmenden als ein einziges Videobild, d.h. als Gesamtbild der Personen im Raum, zu sehen.

Wenn Sie eine Präsentation verwenden, zeigen Sie diese über die Bildschirmfreigabe. Die vor Ort Teilnehmenden verfolgen diese über das Beamerbild. Das virtuell teilnehmende Publikum sieht Ihre Präsentation zu Hause am eigenen Gerät.

Redebeiträge der vor Ort Teilnehmenden, d.h. sowohl vom Dozierenden als auch von den Studierenden, werden über das Raummikrofon übertragen. Redebeiträge der virtuell Teilnehmenden werden über die Lautsprecher im Raum hörbar.

Welche didaktischen Konzepte eignen sich für die Durchführung einer hybriden Veranstaltung?

Szenario 1: bloße Übertragung

Die Veranstaltung findet primär unter Einbeziehung der vor Ort Teilnehmenden statt. Das virtuelle Publikum schaut bzw. hört sich die Veranstaltung an und hat möglicherweise einen Chatkanal zur Verfügung. In diesem können die virtuell Teilnehmenden sich untereinander austauschen oder Fragen zur Veranstaltung stellen.

Idealerweise gibt es eine Person, die den Chat moderiert und zu bestimmten Zeitpunkten die Fragen und Kommentare aus dem Chat in die Veranstaltung hineinträgt.

Szenario 2: Übertragung mit aktiver Einbindung der entfernten Teilnehmenden

Die Veranstaltung überträgt die Vor-Ort-Veranstaltung und integriert die virtuell Teilnehmenden.

Möglich sind folgende Formate: Seminarvorträge, Diskussionen, Q&A-Sessions, ggf. auch Gruppenarbeiten, Einsatz von Voting Tools.

Der Grad der Einbeziehung bzw. der Umgang mit virtuell Teilnehmenden richtet sich u.a. nach der Größe des virtuellen Publikums: Dieses kann kleiner, größer als oder in etwa gleich groß wie das vor Ort anwesende Publikum sein.

Die Wahrnehmung seitens der Dozierenden von beiden Gruppen ist unterschiedlich: Die vor Ort Teilnehmenden haben die größere Präsenz, sie sind stärker wahrnehmbar. Die Zuwendung bzw. Einbindung der virtuell Teilnehmenden erfolgt möglicherweise nicht in so unmittelbarer Weise. Eine Rolle spielt dabei die Raumsituation. In Hörsälen stehen Dozierende vorne, haben die vor Ort Teilnehmenden im Blick, wenden aber den virtuell Teilnehmenden den Rücken zu. Nach Möglichkeit sollten Dozierende sich auch gezielt den virtuell Teilnehmenden zuwenden, zumindest zeitweise.

Virtuell Teilnehmende können auf folgende Weise partizipieren:

Wortmeldungen: Die virtuell Teilnehmenden können per Audio / Video zugeschaltet werden. Das Audio wird in den Raum übertragen und ist via Lautsprecher für die vor Ort Anwesenden hörbar. Für die Moderation kann das Führen einer Redner*innenliste sinnvoll sein.

Außerdem ist überlegenswert für die Einbeziehung per Wortmeldungen eine bestimmte Struktur einzuhalten: Beispielsweise könnten Wortmeldungen immer zuerst aus dem virtuellen Publikum akzeptiert werden, erst darauf aus der Reihe der vor Ort Teilnehmenden. Der Vorteil hierbei ist, dass die virtuell Teilnehmenden ein stärkeres Gewicht erhalten.

Chat: Über den Chat in Zoom könnten die virtuell Teilnehmenden sich ebenfalls beteiligen. Problematisch ist, dass Dozierende die Aufmerksamkeit auf den Chat richten müssen, was unter Umständen schwierig ist, da in erster Linie die Aufmerksamkeit dem Geschehen im Raum gilt. Ggf. kann eine Person aus der Reihe der Studierenden die Moderation des Chats übernehmen.

Bildschirmfreigabe: Über die Bildschirmfreigabe können die virtuell Teilnehmenden Folien zeigen, z.B. um ein Referat zu halten.

Videobild: Wie in einem reinen Online-Meeting auch haben die virtuell Teilnehmenden die Möglichkeit ihr Bild zu zeigen. Dies ist wünschenswert, da dadurch die gemeinsame hybride Präsenz von vor Ort und virtuell Teilnehmenden hergestellt werden kann.

Voting Tools: Mittels so genannter Voting Tools können Abstimmungen durchgeführt werden. Daran kann sowohl das Publikum vor Ort als auch das virtuelle Publikum zeitgleich teilnehmen. Neben Abstimmungen bieten einige Voting Tools auch die Möglichkeit Kommentare einzugeben, so dass die Veranstaltung durch eine Art „Twitterwall“ begleitet werden kann. Hierzu lässt sich aber beispielsweise auch das in Moodle integrierte Tool „Etherpad“ einsetzen, das zeitgleiches Schreiben für alle Beteiligten erlaubt.

 Mögliche Voting-Tools finden Sie auf dieser Seite: https://www.rubel.rub.de/tools/abstimmungstools

Gruppenarbeiten: Auch Gruppenarbeiten sind unter Umständen denkbar. Die vor Ort Teilnehmenden finden sich in Kleingruppen zusammen. Für die virtuell Teilnehmenden lassen sich Breakout-Räume in Zoom einrichten.

Wie lässt sich eine hybride Veranstaltung planen?

Je nach Gruppengröße kann es sinnvoll sein, Plätze für die Teilnahme in Präsenz zu vergeben. Dies ermöglicht es vor der Veranstaltung zu erkennen, wie viele Personen vor Ort bzw. virtuell anwesend sein werden. Für die Planung können folgende Moodle-Tools verwendet werden:

  • Abstimmung
  • Gruppenwahl
  • Gerechte Verteilung

Die Planung kann einzeln pro Veranstaltungstermin aber auch vorab für alle Termine vorgenommen werden.

Weitere Informationen und Hilfe

RUB-spezifische Informationen und Veranstaltungen:

100-Räume-Programm der RUB: 100-Räume-Programm der Ruhr-Universität Bochum

Kurzeinführung zu hybrider Lehre an der RUB: https://www.rubel.rub.de/kurzeinfuehrungen

Folien zur Kurzeinführung: https://open.ruhr-uni-bochum.de/material/praesentation-hybride-lehrszenarien-der-rub

14.12.2021: Net[t]working-Treffen „Hybride Lehre in der Praxis – Technik, Didaktik und mehr“: https://www.rubel.rub.de/news/einladung-zum-nettworking-treffen-hybride-lehre-der-praxis-technik-didaktik-und-mehr

Unterstützungsangebot der Philolotsen zu hybrider Lehre: https://philolotsen.blogs.ruhr-uni-bochum.de/hybridlehre-2/

Hybrides Format probieren – ein Praxisbericht: https://sprachenflip.blogs.ruhr-uni-bochum.de/hybrides-format-probieren—ein-praxisbericht-1/

Hybride Lehre: Ein gangbares Modell für das kommende Wintersemester? https://elearning.blogs.ruhr-uni-bochum.de/hybride-lehre-ein-gangbares-modell-fuer-das-kommende-wintersemester/

Externe Quellen:

Linksammlung zu hybrider Lehre: https://cloud.ovgu.de/s/pCEtmdfq2yL8oqR